9. Station

„Mein Schulweg führte mich am Mühliweiher mit seinem Inseli vorbei. Im Winter war er der Tummelplatz der ganzen Dorfjugend. Viele nasse Strümpfe gabs und nicht wenige Beulen am Kopf hat mir Mutter mit dem grossen Kupferschöpfer aus dem Wasserschiff wieder platt gedrückt. Schlittschuhlaufen vor- und rückwärts und in allen Variationen bögeln wurde mir fast in die Wiege gelegt. Bei der Eisschmelze im Frühling war ich einer der Letzten welcher mit abgefaulten, viel zu kurzen Rebstickeln Eisschollen fuhr. Ein nicht ungefährliches Vergnügen.“ berichtet H.U Hüeblin vom Mühliweiher. Als Wasserreservoir für den Antrieb von Sägi und Mühli war der Weiher nicht besonders tief und leerte sich relativ schnell. In den 60er Jahren des 20. Jh. wurde der Weiher aufgelassen.

Die Untere Mühle oder Schlossmühle war um die Mitte des 15. Jh. als Erblehen von der Dompropstei Konstanz ausgegeben worden. 1550 erfolgte ein Urteil, dass sie nicht unmittelbar der Dompropstei, sondern lehensweise als Teil der Schlossherrschaft dem Herrn Mötteli von Rappenstein gehöre. 1648-57 wurden Anlagen und Gebäude weitgehend erneuert. 1688 umfasste sie Haus, Hofstatt, Hofraiti, zwei Mahlhäuser, einen Keller, Sägi, Bläuwi. 1726 brannte die Mühle ab und wurde 1727 wieder aufgebaut und 1778/79 wurden Bauarbeiten an der Säge ausgeführt. Die bestehende Anlage weist einige traditionelle Bauformen auf, ist jedoch modernisiert.

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