5. Station

Bis die Thur im 19. Jh. gebändigt wurde, floss der Wildbach mäandernd und sich je nach Wasserhöhe verändernd durch das Thurtal. In Pfyn fand sich für die Reisenden eine Fähre, die gegen ein Zollentgelt den Transport über das Gewässer unternahm. Im Volksmund wird das einzeln stehende Haus unterhalb des Städtli noch heute manchmal als Flösserhaus bezeichnet. Erst im 18. Jh. entschloss man sich zum Bau einer Brücke ausserhalb der Ortschaft, verbunden mit einer Zollstelle. Die Holzbrücke versah bis Mitte des 19. Jh. ihre Dienste und wurde dann durch eine Eisenbrücke ersetzt. Hochwasser machten immer wieder Reparaturen und Erweiterungen notwendig und im 2. Weltkrieg verwechselten amerikanische Flieger die Thur mit dem Rhein. Sie warfen 16 Bomben auf die Pfyner Thurbrücke. Etwa Hundert Jahre nach Erstellung der Eisenbrücke ersetzte man sie durch eine moderne Betonkonstruktion. Das Hochwasser verzögerte aber auch bei dem modernen Bau die Inbetriebnahme um fast ein Jahr.

1794 wurde die erste Holzbrücke über die Thur fertiggestellt. Vorher hatte es wahrscheinlich bereits einen Steg gegeben, der vom Hochwasser weggeschwemmt wurde. Mit dem ersten Zoller wurde 1796 ein Vertrag abgeschlossen, der ihm das Zollhaus zu freien Verfügung stellte, nebst dem Nutzen des nahen Feldes, genügend Holz und 120 Gulden Lohn. Im Sommer 1876 stand der Neubau der Brücke, durch den der Thurlauf oberhalb der Baustelle korrigiert werden musste. 1914 ergänzte man die Stahlfachkonstruktion beidseitig durch Vorlandbrücken und hob die Brücke an. Im Jahre 1944 wurde die Brücke durch eine amerikanische Fliegerstaffel zerbombt und schwer beschädigt. 1965 wurde etwa 10 m unterhalb der eisernen Gitterbrücke der Neubau erstellt und die Eisenkonstruktion 1967 geschleift.

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